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26.08.2013

Pumproboter sollen Silos leeren

Recycling von Problemabfall

In der weltgrößten Wiederaufbereitungsanlage für nuklearen Abfall im französischen La Hague stand der Betreiber Areva vor dem Problem, mehrere Silos mit kontaminiertem Schlamm zu leeren. Der gefundene Lösungsansatz scheint von den spektakulären Kamerafahrten zur Titanic inspiriert zu sein.

In den Silos wurden bislang die Reststoffe des Brennstab-Recyclings aufgefangen. Jetzt sollen sie geleert werden, weil das Material weiterbehandelt werden soll. Ein Silo misst bis zu 14 x 13 Meter bei 10 Metern Tiefe und enthält rund 1800 m³ Problemabfall.


Aufgrund der Konsistenz des Schlammes, der Radioaktivität und der Erreichbarkeit durch Zugangsöffnungen von nur einem Meter Durchmesser, entschied sich der Betrieb für einen ganz neuen Ansatz: Ein ferngesteuertes Robotervehikel mit fest montierter Schmutzwasserpumpe soll in den Tank abtauchen, das Schlammwasser punktuell verquirlen und nach außen pumpen. Areva rechnet mit zwei Jahren Laufzeit für die Pumpe, das am härtesten beanspruchte Bauteil. Um deren Ausfallrisiko so gering wie möglich zu halten, entschied man sich für Tsurumi als Lieferanten. Der japanische Hersteller ist Weltmarktführer bei Aggregaten, die insbesondere im Tiefbau eingesetzt werden und unter widrigsten Bedingungen längste Standzeiten erzielen sollen.


Als Modell wählte man die KTV2-80 aus. Diese Pumpe ist bei Tsurumi als kraftvolle Betonitpumpe in robuster Bauart mit kompakten Abmessungen gelistet. Sie wiegt trocken nur 38 kg bei lediglich 427 mm Gehäusehöhe. Der 3kW-Motor schafft 720 l/min mit einer maximalen Förderhöhe von 22,5 m. Montiert wird sie auf einer Art U-Boot, das ferngesteuert jeden Winkel des Behälters erreichen kann, damit keine Schlammreste zurückbleiben. Das Projekt ist nicht zuletzt aufgrund der Aufbereitungsproblematik so umfangreich, dass mit einer Vollendung erst im nächsten Jahrzehnt gerechnet wird.


Die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague ist nach eigenen Angaben die größte ihrer Art. Rund 6000 Beschäftigte arbeiten die Brennstäbe von jährlich bis zu 100 Kernkraftwerken auf. Nur vier Prozent des Materials kann nicht recycelt werden und muss, wie in den Silos, zwischen- oder endgelagert werden.

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